Querschnittlähmung Grundlagen

Was ist eine Querschnittlähmung ?

Eine Querschnittlähmung tritt ein, wenn das Rückenmark ganz oder teilweise unterbrochen wird. Das Rückenmark verläuft durch die Wirbelsäule. Wird sie verletzt, kann Blut in das Rückenmark eindringen und seine Funktion aufheben oder vermindern. Es kommt zu Ausfällen im Bereich der aktiven Bewegung, der Körperwahrnehmung, des Temperaturempfindens und/oder der Wärme - und Kälteregulation des Körpers.

Querschnittlähmungen können nach Unfällen, durch Erkrankungen des Rückenmarks (Transversale Myelitis) oder durch die vorgeburtliche Schädigung (während der Keimesentwicklung, Spina bifida) eintreten. In Deutschland betrifft der Eintritt einer neuen Querschnittlähmung jährlich 900 Leute durch Unfälle.

Die durch ein Trauma hervorgerufene Querschnittlähmung kann in Fachkrankenhäusern innerhalb von wenigen Monaten behandelt werden.

Häufig bleiben Ausfälle in den Beinen zurück, die die Benutzung eines Rollstuhls erzwingen. Eine Querschnittlähmung, die unterhalb der Brust (etwa Th 3) eingetreten ist, wird auch als Paraplegie bezeichnet. Paraplegisch ausgeprägte Querschnittlähmungen ermöglichen die Benutzung eines handbetriebenen Rollstuhls. Als Tetraplegie werden Querschnittlähmungen bezeichnet, die sich auch auf den Ausfall der Hand und/oder der Ellenbogenfunktion beziehen. Von der Höhe der Lähmung ist der Grad der Selbständigkeit abhängig von Leuten mit Querschnittlähmungen. Je höher die Lähmung ist, desto mehr Hilfe benötigen Leute mit Querschnittlähmungen.

Unangenehm kann der Ausfall der Blasen und Mastdarmfunktion sein. Möglicherweise kann der Urin nicht gehalten werden, oder die Blase entleert sich nicht mehr wie vor dem Eintritt der Querschnittlähmung. Für Leute mit Querschnittlähmungen stehen Hilfsmittel zur Verfügung, mit denen die Auswirkungen der Lähmung unterhalb des Bauchnabels gemildert werden können. Bei angemessener Verwendung der Hilfsmittel bleiben für die Umgebung diese Folgen der Querschnittlähmung unerkannt.

Obwohl das Empfinden für den Körper unterhalb des eingetretenen Rückenmarkschadens oft nicht mehr so ist, wie vor dem Ereignis wahrgenommen werden kann, können in den gelähmten Körperbereichen Schmerzen auftreten, deren Ursache bisher noch unerforscht ist.

Spastik im Zusammenhang mit einer Querschnittlähmung bedeutet, dass sich die Muskeln in den gelähmten Körperbereichen zusammenziehen (Tonus). Das kann dazu führen, dass Beine, Hände oder Ellenbogen nur noch mit ein wenig Kraft passiv bewegt werden können. Eine Möglichkeit die Spastik zu bekämpfen, sehen viele Leute mit einer Querschnittlähmung darin, häufig die Sauna aufzusuchen. Spastik ist nicht nur negativ, immerhin ist sie ein Lebenszeichen des Körpers.

Besondere Rücksicht nehmen Leute mit Querschnittlähmung auf ihre Haut. Da sie meist kein Schmerzempfinden haben, bemerken sie unauffällige Verletzungen nicht. Sie können in größerem Umfang ihre Haut beschädigen. Dadurch kann im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung entstehen.

Der Eintritt einer Querschnittlähmung stellt einen starken Einschnitt in das Leben dar. Geist und Körper benötigen eine längerer Zeit dafür, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Hilfe und Unterstützung benötigen Leute mit Querschnittlähmung vor allem im ersten Jahr nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus von einem Freund oder Verwandten.

Sind die Anfangsschwierigkeiten überwunden, steht einem aktiven Leben mit viel Spaß nichts mehr im Wege.

Für die akute Behandlung und die notwendige Nachbehandlung stehen spezifische Zentren zur Verfügung. In Deutschland sind sie überwiegend den Unfallkliniken der Berufsgenossenschaften angegliedert. Behandlungsmöglichkeiten nach dem akuten Eintritt einer Querschnittlähmung bestehen auch in den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien.

Privataufnahme: Primäre Rehabilitation nach Wirbelsäulenbruch mit Rückenmarkverletzung