Behindertensport in Afrika und Asien
Behindertensport in Afrika und Asien.
Handicap International fördert Behindertensport.
Handicap International (HI) ist eine internationale Nichtregierungs Organisation. In den Entwicklungsländern setzt sie sich für die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Menschen mit Handicaps ein.
In München hat Handicap International ihre deutsche Niederlassung. Eine neue Initiative stellt die Sportförderung in Afrika und Asien dar.
In Zusammenarbeit mit medico international und der gtz (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) hat Handicap International ein Programm entwickelt, das in Angola und Kambodscha Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen Wege zum Sport aufzeigen kann.
Sport und Spiel sind kulturübergreifende Bestandteile des Lebens aller Menschen. Sport und Spiel fördert die Gesundheit aller Menschen. Gerade in Ländern, die vom Bürgerkrieg zerrüttet sind, kann Sport einen Beitrag zum Wiederaufbau leisten.
Stefanie Ziegler von Handicap International berichtet:
Im Dezember 2000 bereitete in Battambang (Kambodscha) eine lokale Arbeitsgruppe den regionalen Tag des Sportes zusammen mit dem "Battambang Disabled Sport Club" für Menschen mit Behinderung vor.
Durch diese Aktion sollte in der Öffentlichkeit ein Zeichen gesetzt werden, da die Regierung den nationalen Tag des Sportes für Menschen mit Behinderungen in Phnom Pen um ein Jahr verschieben mußte; Grund dafür waren die verheerenden Überschwemmungen in Kambodscha im September 2000 und die daraufhin kurzfristig umdisponierten Mittel. In Battambang gelang der lokalen Arbeitsgruppe innerhalb kürzester Zeit der Aufbau eines Netzwerkes zwischen Regierungsinstitutionen und interessierten Nicht-Regierungsorganisationen, nationalen und internationalen Einrichtungen.
Alle arbeiten daran, Menschen mit Behinderung besser in die Gesellschaft zu integrieren und ihr Recht auf ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu fördern. Innovativ ist das HI-Projekt durch seine Förderung sportlicher Aktivitäten: Bewegung und Spiel dienen der Steigerung von Selbstbewußtsein und Selbstwertgefühl bei Menschen mit Behinderungen und gleichzeitig wird die Bevölkerung durch breitenwirksame Berichte in den Medien für die Problematik von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Frauen, Kindern und minderjährigen Jugendlichen mit Behinderungen.
Die Ergebnisse dieser erfolgreichen, dreimonatigen Testphase weckten das Interesse der "Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit" (gtz), der staatlichen Durchführungsorganisation für Entwicklungs-zusammenarbeit, die ebenfalls Projekte zugunsten minen- und kriegsgeschädigter Kinder und Jugendlicher durchführt.
Das HI-Sportprojekt in Battambang wurde als vielversprechendes Modellbeispiel ausgewählt und bildet nun die Grundlage für ein zweijähriges Projekt, das Anfang 2001 in Zusammenarbeit zwischen der gtz, HI Deutschland und medico international entstand. Verknüpft mit den vor Ort bereits vorhandenen Aktivitäten und Angeboten, soll ein geeignetes Konzept entwickelt werden, das konkrete Vorschläge zur Nutzung sportlicher Aktivitäten für kriegsgeschädigte Kinder und Jugendliche macht. Die Auswertung von Erfahrungen auf diesem Gebiet bilden zunächst die Grundlage für die Erarbeitung konkreter Vorschläge für geeignete sportliche Maßnahmen, die anschließend in Spielcamps erprobt werden.
Interdisziplinäre Workshops werden die daraus resultierenden Ergebnisse überprüfen, ggf. anpassen und die Trainingsmodule endgültig formulieren. Parallel wird ein Ausbildungs- und Schulungskonzeptes für Trainer und Multiplikatoren erarbeitet.
Copyright Text: Stefanie Ziegler
Copyright Foto: GPL
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