Beinorthesen Aufbau

Aufbau einer Beinorthese, Beinlähmungapparat

Beinorthesen können die willkürliche Bewegung der Hüften, Kniegelenke und oder Fußgelenke beeinflussen. Die Beinorthese kann auch als Beinlähmungsapparat bezeichnet werden. Sie kann sich über das Hüftgelenk hinaus erstrecken und beeinflußt die Gelenke des Beins unterstützend oder sperrt ihre Beweglichkeit.

Hüftübergreifende OrtheseHüftübergreifende OrtheseUrsache für eine Lähmung können Poliofolgen, komplette oder inkomplette Querschnittlähmungen (Tetra-und Paraplegien), Cerebral Parese, Folge von Polio oder periphere Nervenschäden (z.B. Fermoralislähmung, Ischiadikuslähmung) sein. Lähmungen können komplett oder inkomplett vorliegen, d.h. bestimmte Muskelgruppen können nicht oder nur unterschwellig aktiviert werden.

Die Bauweise einer Beinorthese ist abhängig vom Lähmungsgrad und anderen medizinischen Gegebenheiten (beschädigte Gelenke, Knorpelschäden, Kontrakturen). Für das gesamte Bein (Ausfall der Hüftbeuger, Waden-und Schienbeinmuskulatur, Kniebeugung und Fußgelenk) könnte folgende Ausführung möglich sein: Eine knieübergreifende Beinorthese endet oben deutlich unterhalb des Schrittes und umschließt den Hüftknochen. Dabei wurde die Außenseite hoch über den Hüftknochen gezogen. Der Ober-und Unterschenkelbereich wird entweder in zwei Schellen oder in einer Hülse gelagert. Sie werden durch parallel laufende Schienen und jeweils zwei Schellen verbunden.

Das Kniegelenk der Beinorthese kann ganz gesperrt werden und läßt sich zum Arbeiten im Sitzen entriegeln. Möglich ist auch eine Anschlagsgrenze des Gelenks, um das Einknicken des Kniegelenks beim Gehen zu verhindern. Dabei wird das Gelenk an der Beinorthese weit hinter dem natürlichen Kniegelenk angebracht.


Der Fuß wird entweder in einer Sandale oder einem Walkschuh gebettet. In den angelsächsischen Ländern wird häufig eine Vorrichtung verwendet, bei der die Schiene im Fußbereich in den Absatz eines Schuhes eingesteckt werden kann.

Bei bereits eingetretenen Verkürzungen des Beines, kann ein Kunstfuß an der Schiene befestigt werden. Eine Beinorthese mit einem Fußteil wird als Orthoprothese bezeichnet.

Albrecht Marignoni



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Benutzungshinweise: Grundwissen Heil-und Hilfsmittel
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Stand: 9/2008