Grundwissen Amputation

Amputation

Als Amputation (lat. amputatio) bezeichnet man allgemein die Abtrennung eines Körperteils. Dabei gilt es zwischen der Amputation als chirurgischem Eingriff und der Amputation als Verletzung (Folge eines Unfallmechanismus) zu differenzieren. Die Amputation in Form eines ärztlichen Eingriffs wird durchgeführt

als letzte Maßnahme, wenn das Leben des Patienten anders nicht zu retten oder eine Heilung des betroffenen Körperteils nicht zu erwarten ist oder in islamischen Ländern bei der Anwendung der Scharia zur Bestrafung bestimmter Straftaten (Saudi Arabien, Sudan).

Zur Zahl der Amputationen liegen für Deutschland keine Statistiken vor. Nach Schätzungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK wurden im Jahr 2002 mehr als 55.000 chirurgische Amputationen der unteren Extremitäten bei mehr als 41.000 Krankenhausfällen vorgenommen.

Ursachen, die eine Amputation durch den Arzt notwendig machen, können Infektionen oder Nekrosen (insbesondere bei Diabetes), Krebserkrankungen und Unfälle sein. Amputationen können in besonders dringenden Fällen vom Notarzt noch an der Unfallstelle vorgenommen werden, etwa wenn auf andere Weise ein schwerst eingeklemmter Patient nicht befreit werden kann. Darüber hinaus werden Amputationen in manchen (meist islamisch geprägten) Ländern auch als Strafe für bestimmte Verbrechen durchgeführt. Streng genommen ist auch die Enthauptung (das Köpfen) eine Form der Amputation als Strafe.

Geschichte der Amputation

Bereits vor 3.000 Jahren im alten Ägypten wurden Amputationen vorgenommen. Forscher entdeckten jedoch auf Höhlenmalereien-Bilder Darstellungen von Amputationen von Fingern. Diese Bilder stammen aus der Mittelsteinzeit (8000−6000 v. Chr.). Unbekannt ist, ob die Amputation aus medizinischen oder rituellen Gründen stattfand.

Der französische Chirurg Ambroise Paré führte Mitte des 16. Jahrhunderts als erster Amputationen mit Arterienligaturen aus, die die vorher gebräuchliche Kauterisierung ablösten.

Kongenitale Amputation

Von kongenitaler Amputation spricht man, wenn sich während einer Schwangerschaft durch Einreißen des Amnion Proteinbänder bilden, die fötale Körperglieder abschnüren, sodaß bei der Geburt ganze Körperglieder fehlen. Es ist die extremste Form des Amniotisches-Band-Syndrom.


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