Grundwissen Skoliose

Was ist eine Skoliose?


Übersicht Skoliose

Von Albrecht Marignoni

Die Skoliose ist eine chronische Erkrankung der Wirbelsäule. Eine Skoliose liegt vor, wenn die Wirbelsäule seitlich über 5 Grad verbogen ist. Dabei sind jeweils mehrere Wirbel gegeneinander verdreht. Ein Skoliosebuckel entsteht durch die Verschiebung der Rippen in Abhängigkeit zur Drehung der Brustwirbel. Eine optische Verkürzung des Rumpfes entsteht durch die Verbiegung der Lendenwirbelsäule. Die Ursache für die seitliche Verbiegung der Wirbelsäule ist zum größten Teil noch unbekannt. Sie wird als idiopathische Skoliose bezeichnet.

Bisher bekannte Ursachen für das Entstehen einer Skoliose sind:

a) angeborene Fehlbildungen beim Aufbau einzelner Wirbelkörper (Kongenitale Mißbildungsskoliose oder Osteopathische Skoliosen)
b) angborener oder erworbener Muskelabbau zwischen den einzelnen Wirbelkörpern (Myopathische Skoliose)
c) durch angeborene oder erworbene Lähmungen (Neuropathische Skoliose)
d) Marfan-Syndrom durch eine Störung im Aufbau des Bindegewebes der Wirbelsäule (Fibropathische Skoliose), Schmerzen treten bei idiopthischen Skoliosen häufig auf.

Es werden folgende Ausprägungen unterschieden:

a) Lumbale ideoptische Skoliose: Sie findet sich zwischen dem 2. und 4. Lendenwirbel.
b) Thorakolumbale ideopatische Skoliose: Sie findet sich zwischen dem 11. und 1. Lendenwirbel.
c) Thorakalen Skoliosen: Sie befinden sich zwischen dem 2. bis 11. Brustwirbel.
d) Doppelbogige idepathische Skoliose: Sie tritt am 2. Brustwirbel bis 11. Brustwirbel und 12. Brustwirbel bis zum 1. Lendenwirbel auf oder am 12. Brustwirbel bis 1. Lendenwirbel und 2. Lendenwirbel bis 4. Lendenwirbel auf. Sie treten entweder zwischen dem 1. und 3., dem 4. und 9. oder zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr auf.

Je nach Alter und Ausmaß sind Skoliosen sichtbar. Ideopathische Skoliosen verschlechtern sich meist während der Pubertät. Neben einer Zunahme der Schmerzen kann es zu einer Abnahme der Atemleistungsfähigkeit kommen. Es kann zu Beeinträchtigungen der Herz-Lungenfunktion kommen.

Behandlungsbedürftig sind Skoliosen zwischen 15 und 20 Grad. Die Messungen werden nach einer Formel vorgenommen, die von einem amerikanischen Mediziner (I. R. Cob) entwickelt wurde. Dabei können Skoliosen über 50 Grad nach Cob nur operativ behandelt werden. Konservative Skoliosebehandlungen umfaßt sportliche Betätigung, Krankengymnastik und elektrische Reizbehandlung (Elektrosimulation). Zu der konservativen Behandlung gehört auch die physikalische mit Orthesen (Korsetts). Korsetts können im Wachstumsalter die Entwicklung der Skoliose hemmen.

Operativ kann die Wirbelsäule mit unterschiedlichen Verfahren versteift werden (Harrington, Luque sowie Cotrel und Dubousset).


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