Die Ursachen der Cerebralparese

Ursachen der Cerebralparese

Von René Kälin

Man unterscheidet drei Zeiträume, in denen eine Cerebralparese verursacht werden kann. Im pränatalen (vorgeburtlichen) Zeitraum gelten Virusinfektionen der schwangeren Mutter als gefährdend. Zu diesen Virusinfektionen gehören unter anderem Röteln, Zytomegalie und Toxoplasmose. Wie man bei Röteln und Zytomegalie sieht, können besonders Kinderkrankheiten, die erst später bei einer erwachsenen Frau ausbrechen, gefährlich werden. Neben den Virusinfektionen können auch Vergiftungen durch Stoffwechselprodukte oder Medikamente, eine ungenügende Durchblutung der Plazenta oder Strahleneinwirkung die Ursache einer Zerebralparese sein. Auch Suchtprobleme der Mutter, z.B. Konsum von Nikotin, Alkohol, Heroin, Kokain oder Cannabisprodukten kann unter Umständen zur Schädigung des Babys und somit zu einer Cerebralparese führen. Dazu ist jedoch zu sagen, dass es eine Beziehung zwischen der Menge der konsumierten Drogen und dem Schweregrad der Schädigung nicht gefunden worden ist. D.h., es muss nicht sein, dass eine schwangere, schwer heroinabhängige Frau ein cerebralparetisches Kind bekommt; es kann aber genau so gut sein, dass eine Raucherin, die aber äusserst wenig Nikotin konsumiert, ein Kind mit einer cerebralen Lähmung zur Welt bringt.

Im perinatalen Zeitraum (während der Geburt) ist das Kind auf eine Hirnschädigung besonders anfällig. Die zwei häufigsten Ursachen dabei sind Hirnblutung und Sauerstoffmangel. Sauerstoffmangel tritt dann ein, wenn die Versorgung des Kindes über die Plazenta bereits unterbrochen wurde, der Kopf das Becken aber noch nicht durchtreten hat. Hirnblutungen kommen bei schweren, traumatischen Geburten oder Sturzgeburten vor.

Im postnatalen (nachgeburtlichen) Zeitraum sind vor allem Hirnhautentzündungen nach einer Grippe, nach Masern oder Keuchhusten und und schwere Kopfverletzungen (z.B. Fall auf den Kopf oder ein Autounfall mit Schädelverletzung) für Hirnschädigungen verantwortlich. Daneben ist der Sauerstoffmangel ebenfalls eine weitere Ursache. Das typische Beispiel dafür ist das Kind im Hallenbad, welches zu lange unter Wasser ist und damit das Hirn ungenügend durchblutet wird.

Bei all diesen gefährlich klingenden Ursachen ist aber doch zu erwähnen, dass man im Vergleich zu früher das Risiko erheblich mindern konnte. Zum Beispiel wird bei einem Kind, welches an einer Neugeborenengelbsucht erkrankt ist, ein vollständiger Blutaustausch durchgeführt. Durch diese Massnahme kommen Cerebralparesen in Folge einer Neugeborenengelbsucht kaum mehr vor. Ein grosser Wermutstropfen bleibt trotz der modernen Medizin bestehen: CP ist nicht heilbar.


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