Fußheberschienen

Beinorthesen: Fußheberschienen

Fußheberschiene eingesteckt in TurnschuheFußheberschiene eingesteckt in TurnschuheEine Fußheberlähmung führt zur berechtigten Angst, über den gelähmten Fuß zu stolpern. Noch Jahre nach dem Eintritt einer Fußheberlähmung besteht der Wunsch nach Sicherheit durch das Gehen an Krücken. Der Fuß kann zwar im Sitzen ein Stück weit nach unten gedrückt werden kann, aber anheben läßt er sich nicht mehr. Beim Gehen muß das Knie möglichst weit nach oben gezogen werden, nur so wird eine gewisse Gangsicherheit erreicht. Das neue Gangbild ist nun ein mehr oder weniger ausgeprägter Steppergang. Wird der Fuß aufgesetzt, fällt der Vorfuß je nach Schuhwerk mit einem aufdringlichen Geräusch zu Boden. Ein gewisser Gewöhnungseffekt stellt sich ein, Wade und der Fußrücken gefühllos sind.

Der Ausfall des Fußhebers (Peroneusnerv) kann eine von drei Ursachen haben:

- eine komplette oder inkomplette Schädigung des Rückenmarks in Höhe von S1-L1 oder höher
- zerebral Störungen, meist verbunden mit leichter oder schwerer Spastik (ungesteuerte unwillkürliche Muskelaktivität)
- Schädigung peripherer Nerven (unterhalb der Kniekehle), periphere Schäden können zu starken Schmerzen führen.

Das regelmäßige Durchbewegen des Fußes mit den Händen verhindert, daß sich Sehnen zusammenziehen und das Fußgelenk mehr und mehr unbeweglicher wird. Außerdem kann die verstärkte Wadenmuskulatur Druck auf den Fuß auswirken, so daß er dauerhaft in eine Spitzfußstellung gerät.

Wenn noch keine Kontrakturen eingetreten sind, lässt sich der auffällige Steppergang mit einer Fußheberschiene reduzieren. Die Schiene verhindert unter Umständen auch den Eintritt von oben beschriebenen Kontrakturen. Alle folgenden Ausführungen beziehen sich nur auf Fußheberlähmungen, die in der Folge peripherer Schäden oder Rückenmarkschäden entstanden sind. Es werden hier auch keine Schienen nach Eintritt einer Spitzfußstellung besprochen. Folgende vier Schienenarten sind denkbar:

- Leichte Schienen aus Polyäthylen oder Polypropylen halten den Fuß in der Schwungphase in der 90° Stellung. Das Material ist bedingt flexibel. Die Fußheberschienen können in unterscheiden Größen, Breiten, Höhen und mit einer hinteren Aussparung (etwa in Fersenhöhe) bezogen werden. Sie werden am oberen Ende mit einem Klettverschluß geschlossen und in einem Normalschuh getragen. Je breiter der Klettverschluß gefertigt ist, desto mehr lassen sich Druckstellen unter dem Verschluß vermeiden. Die Verschlüsse können mit Leder nachgearbeitet werden. Durch Erhitzen des Materials lassen sich ggf. Druckstellen, die von der Bettung in der Schiene ausgehen können, vermeiden. Die Rohmaterialien sind auch in bunter Farbe vorhanden. Die Schienen könne auch nach einem Gipsabdruck hergestellt werden. Unter Umständen könne unter der Schiene dickere und hohe Strümpfe getragen werden, um Druckstellen zu vermeiden.

- Die Bewegung des Fußes kann unterstützt werden durch eine von hinten in den Normalschuh einsteckbare Schiene, die oben am Unterschenkel zusätzlich befestigt wird.

- Eine spiralförmige Fußheberschiene bis zum Oberschenkel aus durchsichtigem Kunststoff, die nach einem Gipsabdruck gefertigt wurde, ist möglich.

- Ein in den Schuhabsatz eines Normalschuhs seitlich eingebautes Drehfedersystem mit Befestigung im Wadenbereich kann hilfreich sein.

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Orthopoint Dokumentationen Grundwissen Heil- und Hilfsmittel
Bearbeiter: Albrecht Marignoni, Stand: 05/2010
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