Unterarmgehstützen: physiologische Gehhilfe, Krücke

Unterarmgehstützen, Physiologische Gehhilfen bzw. Krücken

Mit der Entwicklung physiologischer Gehhilfen (Krücken) durch eine deutsche Designerin, konnten zahlreiche Probleme, die sich aus der Langzeitbenutzung von Gehilfen (Krücken) für Menschen mit Behinderungen ergeben haben, beseitigt werden. Insbesondere konnten folgende Probleme gelöst werden:

- Ablagevorrichtungen für Krücken während sie ihr Benutzer nicht benötigt, ohne dass sie Dritte stören oder vor dem Aufstehen ohne Problem wieder ergriffen werden können.
- Handhabung beim Öffnen von Türen und leichteren Tätigkeiten (etwa beim Einkauf)
- Nebengeräusche beim Gehen

Die physiologische Gehhilfen (Krücken) haben ein Stützrohr, das im Unterarm-und Hand-Bereich wie ein liegendes „S“ gebogen ist. Der Handgriff ist dabei nicht wie üblich an das Stützrohr angesetzt sondern befindet sich im horizontalen Bereich der "S"-Biegung. physiologische Gehhilfen (Krücken) lassen sich ohne Handschluss mit geringerem Bewegungsaufwand vorsetzen. Das Design bewirkt die Ableitung des Lasteintrags etwa der Hälfte auf die Armspange, so dass Hand- und Schultermuskulatur deutlich entlastet wird.

Je passgenauer die Gehhilfe (Krücke) auf die anatomischen Größenverhältnisse seines Benutzers abgestimmt ist, desto weniger Kraftaufwand wird für ein harmonisches Gehen benötigt. Abhängig von medizinischen und anatomischen Indikationen ergibt sich folgender allgemeiner Anhaltspunkt für die Höheneinstellung einer Gehhilfe (Krücke): Bei leicht angewinkelten Ellenbogen (ca. 20°) sollte sich die Oberkante des Handgriffs etwa zwischen zwei und drei cm höher als die Hohlhand befinden. In jedem Fall jedoch unterhalb des Handgelenks.

Generell sollte bei der Auswahl einer Gehhilfe (Krücke) sollte die Qualität des Handgriffs und der Manschette, ihr Gewicht, die Verstellbarkeit in der Höhe und die Beschichtung sein.

Die Handgriffe der Gehhilfe (Krücke), die für große oder kleine Hände gefertigt werden, sollten anatomisch geformt sein. Anatomisch bedeutet, dass der Griff breiter und von unten mit Einkerbungen gefertigt wurde. Die Handgriffe können aus Holz oder aus Kunststoff in unterschiedlicher Härte gefertigt sein. Auch eine Beschichtung aus Schaumstoff ist denkbar. Die Beschichtungen unterscheiden sich durch ihre Saugfähigkeit und Reinigungsmöglichkeit. Die orthopädietechnische Industrie kann für nichtanatomisch geformte Griffe gepolsterte oder anatomisch geformte Überzüge liefern. Anatomisch geformte Handgriffe können bei einigen Modellen verstellt werden.

Die Höheneinstellung kann stufenlos, durch Schraubverschlüsse oder in Stufen durch Druckknöpfe, Federklammern oder Clips erreicht werden. Dabei verursachen Gehhilfen, die durch Schraubverschlüsse stufenlos verstellbar sind, weniger Geräusche beim Gehen. Je fester die Verstellvorrichtung verriegelt werden kann, desto besser können Geräusche reduziert werden. Bei einigen Gehhilfen (Krücken) kann auch die Höhe der Manschette verstellt werden.

Das Gewicht der Gehhilfe (Krücke) ist abhängig vom Material aus dem sie gefertigt wurde. Je höher das Körpergewicht des Benutzers je stabiler sollte das Material der Gehhilfe (Krücke) sein. Als hoch stabil gelten Gehhilfen (Krücken) aus Stahlrohr. Eine Gehhilfe (Krücke) aus Leichtmetall sollte nur in dicker Ausführung erworben werden. In der Regel werden die Krücken aus einer Verbindung von Stahl oder Leichtmetall gefertigt. Dabei wurden die Manschetten aus einem Kunststoff-Spritzguß gefertigt. Eloxierte Krücken aus Leichtmetall haben eine verhältnismäßig gute Oberflächenhaltbarkeit.

Die halbrunden Armmanschetten an den Krücken können auch aus dehnbarem Plastik fast geschlossen erworbenen werden. Sie können dadurch am Arm hängen bleiben, wenn der Handgriff für kurze Zeit losgelassen wird (z.B. beim Öffnen einer Tür). Diese Armmanschetten drücken jedoch dickere Bekleidung in das Ellenbogengelenk und stören dadurch ggf. den Benutzer. Zum Schutz der Unterarme können die Armmanschetten mit Leder abgedeckt werden. Eine ästhetisch überzeugendere Lösung könnte darin bestehen, die Manschette von innen mit Schaumstoff auszukleiden.

Krücken können in allen denkbaren Farben geliefert werden. Die Krückenkapseln, das untere Ende der Gehhilfe (Krücke), haften besser je breiter sie sind. Weichere Kapseln haften besser auf glatten Böden. Metalleinlagen in den Kapseln verhindern den Durchbruch des Rohres durch die Kapsel. Neu ist eine elektrische Vorrichtung, mit der bei Bedarf per Knopfdruck ein Eispickel in der Gehhilfe (Krücke) ausgefahren werden kann.

Bevor eine Kaufentscheidung für eine bestimmte Krücke getroffen wird, sollte der oder die Benutzer die Krücken ausprobieren. Sie kosten in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 10 und 60 Euro pro Stück. Physiologische Gehhilfen sind etwas teurer.

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Bearbeiter: Albrecht Marignoni, Stand: 05/2010
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