Von Albrecht Marignoni
Websites kommen und gehen. Hier finden Sie vergangene Internetprojekte. Die Beschreibungen entstanden in den Jahren 1999 bis 2003.
Das Schweizer WWW glänzt so wie das österreichische durch zahlreiche Websites, die hinsichtlich ihres Designs vorbildlich sind. Es müßte eine Untersuchung geben, die dafür eine Begründung liefert.
Handicap X entstand 1998 in einem Schulbuchverlag. Christine Fischer, eine der Initiatorinnen, berichtet: Ist halt schon ein Thema (Handicap, Anmerkung des Webmasters), das viel Ängste, Hemmungen, Unsicherheiten provoziert (obwohl gerade das Überwinden dieser gewinnbringend wäre für die Charakterbildung...)...das habe ich auch während meiner Arbeit am Lehrmittel gesehen... und v.a. in der Projektphase mit meiner ehemaligen Klasse, wo wir einige Sachen "ausprobiert" haben... es war eine schwierige Klasse- vom sozialen Standpunkt her gesehen; aber es hat sie total gepackt, als die gröbsten Hemmungen überwunden waren!
Handicap X war geplant als ein Lehrmittel, das nicht belehrt. Handicap X informierte und bot alle Voraussetzungen zur Interaktion. Handicap X wurde im Jahre 2005 leider eingestellt. Als Ursache gab die Initiatorin mangelnde Unterstützung an.
Amber-World ist ein Forum für Kunst, Kreativität und Behinderung. Die zahlreichen Flash-Animationen und aufwendigen Java-Anwendungen haben ihre Website zu einem Mittelpunkt der Szene gemacht hat. Ihr Webprojekt ist noch immer nicht kommerzialisiert, dennoch gibt sie anderen Künstlern die Möglichkeit, kostenlos ihre Werke auf ihrer Homepage zu zeigen.
Neben ihrem Thema Kunst räumt sie dem Thema Behinderung einen Platz ein. Sie hat einige Gedanken von Menschen mit Behinderung veröffentlicht. Petra steht dem Gedankengut von Independent Living nahe. Die Bürgerrechtsbewegung formierte sich in den 70er und 80er Jahre in den USA.
Sie will ihre Homepage mit einem Forum und einer umfassenden Linksammlung zum Thema Kunst, Kreativität und Behinderung erweitern. Wer Links zum Thema Reisen mit Handicap sucht, sollte unbedingt einen Blick auf ihren Reisebereich werfen.
Petra Bernstein hat die Website mit dem Namen Virtual-Amber im Juni 1999 erstmals online gestellt. Heute heißt die Homepage der Psychotherapeutin Amber-World. Sie selbst hat eine Querschnittlähmung. Kein Kunstprodukt ist der Name Amber. Amber-World leitet sich aus der englischen Übersetzung ihres Namens ab.
Website: http://www.amber-world.de
Wenn Globalisierung etwas positives hat, dann für Dima Sitnik. Er lebt heute in den USA. Im Alter von elf Jahren verlor er bei einem Zugunglück beide Beine. Ein Zufall brachte ihn aus Minsk (Belorussland) in die USA. Die Firma Hanger Prosthetics finanzierte die Reise und Dimas Prothesen.
Das Leben mit und in der Natur hat ihn geprägt. Daher stammt wohl auch seine Liebe zu Fischen und Schlangen. Seiner Liebe zur Natur hat ihn vielleicht auch zu seinem Sport geführt. Sima Sitnik ist begeisterter Golfspieler. Zahlreiche Auszeichnungen hat er in den letzten Jahren gewonnen. Auf seiner Website mit dem passenden Namen "golfamp" berichtet er über Turniere, die in den USA stattfinden. Da wird sich so manch begeisterter Sportler wiedersehen.
Die Aufzählung von Dimas Hobbys würde alle Grenzen sprengen. Wenn man keine Schlangen mag, kann man sich an den Fischfotos erfreuen oder Dimas selbstgemalte Bilder bewundern.
KateKate stammt ursprünglich aus Taschkent in Usbekistan. Das liegt in Rußland. Im Alter von 15 Jahren brach sie sich ihre Halswirbelsäule bei einem Zugunglück. In der Folge ihres Unfalls ist sie vom Nacken abwärts gelähmt. Glückliche Umstände führten sie zur ärztlichen Behandlung in die USA. Dort blieb sie, besucht das College und baut seit einem Jahr an ihrer Website.
Wie viele andere privaten Websitegestalter begann sie auf einem kostenlosen Server der Firma Xoom.com. Es muß wohl die pure Lust am Gestalten gewesen sein, die die Schülerin zu ihrer ersten Website veranlaßt hat. Was da heute bereits zu sehen ist, dürfte so manchen Webdesginer erblassen lassen. Sie ist eine Website der dritten Generation.
Noch sind nicht alle Rubriken ausgefüllt. Aber neben Berichten über tägliche Ereignisse in ihrem Leben, gibt sie praktische Hinweise über ihr Leben. Wie kann ich mit einer Querschnittlähmung Auto fahren. Wohin kann ich am besten verreisen. Wie kann ich mich am besten fortbewegen.
Mit ihrer Website hat sich die Schülerin ein Tor zur Welt geschaffen. Ihr Blick zurück in Ihre Heimat: Eine Liste von Mitschülern ihrer Schule in Taschkent. Zu wünschen ist Ihr, daß sich die Schüler auf ihrer Website oft treffen werden.
Website: http://www.dotkate.com