Von Albrecht Marignoni, 2001
Mailinglisten sind virtuelle Netzwerke. Die technischen Grundlagen der Mailinglisten bestimmen ihre soziale Wirkungsweise. In den USA ist die Teilhabe an Mailinglisten ein beliebtes Gesellschaftsspiel und aus dem Wirtschaftsgeschehen nicht mehr wegzudenken. Es entstand eine Mailinglisten-Kultur. Weniger bekannt sind Mailinglisten in Europa. Doch auch in Deutschland gibt es bereits einige Mailinglisten.
Eine Spezialform der Mailinglisten sind Newsletter. Sie unterscheiden sich von ihnen dadurch, dass der Empfängerkreis eines Newsletters auf die erhaltene Email nicht antworten kann. Newsletter dienen allein der Werbung für Wirtschaftsgüter, Ideen und Websites. Wer am Gesellschaftsspiel Mailingliste teilnehmen will, sollte sich an Netikette halten.
Gerade Menschen deren Mobilität eingeschränkt ist oder die chronisch krank sind, nutzen Mailinglisten zur Kommunikation mit ihrer Außenwelt. In den USA hat bereits die PC-gestützte Selbsthilfe ihren festen Platz im gesellschaftlichen Leben gefunden.
Mailinglisten reichen zurück in die Anfänge des Internets. Noch bevor es das WWW gab, entstanden sogenannte "Schwarze Bretter" im Internet. Zu vielen Themen schrieben Internetbenutzer ihre Meinung. Daraus entwickelten sich Diskussionen. Die Beiträge konnten sich die Benutzer zuschicken lassen. Die Schwarzen Bretter des Internets heißen heute Newsgroups. Nach einer us- amerikanischen Studie, werden die Newsgroups allenfalls noch von fünf Prozent aller User benutzt.
Technisch betrachtet sind Mailinglisten serverbasierte Programme, die es ermöglichen, Emails nach vorher festgelegten Kriterien an eine definierte Gruppe zu versenden. Dabei kann z. B. erreicht werden, daß die Email eines Absenders an alle Mitglieder, die auf dem Server angemeldet sind, gelesen werden kann. Dem Prinzip nach funktionieren Mailing Listen wie die Funktion "Rundsenden" des Faxgerätes. Die unterschiedlichen Softwareprogramme können auf allen Servern betrieben werden. Zum Standard der Mailinglisten-Software gehören Archivfunktion, Befehlssteuerung mit Emails und einfache Einschreibeverfahren.
Auf dem oben beschriebenen System beruhen auch die sogenannten Newsletter. Im Gegensatz zu Mailinglisten ist hier die Antwortfunktion ausgeschaltet. Mailinglisten und ihre Sonderform Newsletter sind die einzigen den Netiketten und Gesetzen nicht widersprechenden Möglichkeiten, Werbung für Wirtschaftsgüter, Dienstleistungen oder Websites zu verbreiten.