Entwicklung des Rollstuhlbasketballs

Die Geschichte des Rollstuhlbasketballs

Ade AdepitanAde AdepitanRollstuhlbasketball wurde 1946 von ehemaligen Basketballspielern in den USA erfunden, die nach Kriegsverletzungen trotzdem ihren Sport weiter betreiben wollten. Mittlerweile wird Rollstuhlbasketball in ca. 80 Ländern von über 25.000 Personen (Männern und Frauen) gespielt. Die International Wheelchair Basketball Federation (IWBF) ist der internationale Dachverband. Seit 1993 ist dieser eine unabhängige Sportorganisation mit über 50 Mitgliedsstaaten. Rollstuhlbasketball ist seit den Paralympics 1960 in Rom paralympische Sportart.

Im Vierjahrs-Turnus richtet die IWBF die Weltmeisterschaften im Rollstuhlbasketball aus. 2006 fanden die Weltmeisterschaften in Amsterdam statt, amtierender Weltmeister ist Kanada (Herren/Damen). Seit 1970 (Herren) bzw. 1987 (Damen) richtet die IWBF Europe Europameisterschaften im Rollstuhlbasketball aus. Die Europameisterschaften im Rollstuhlbasketball werden alle zwei Jahre ausgetragen und sind gleichzeitig Qualifikationsturnier für die im Vier-Jahres-Turnus stattfindenden paralympischen Spiele und die Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaften. 2007 wird die Europameisterschaft vom 23. August bis zum 2. September in Deutschland ausgetragen, Spielstätte ist die Rittal Arena in Wetzlar. Seit 1994 trägt die IWBF B- (seit 1994) und C-Europameisterschaften (seit 2001) für Herren-Nationalmannschaften als Qualfikationsturniere für die jeweils nächsthöhere Leistungsgruppe durch. Seit 1999 gibt es auch eine Europameisterschaft der U22-Junioren. Die erfolgreichsten Nationalmannschaften auf europäischer Ebene sind die französische Herren-Nationalmannschaft und die deutsche Damen-Nationalmannschaft (je fünf EM-Titel). Amtierende Europameister (2005) sind Italien (Herren) und Deutschland (Damen) sowie Großbritannien (U22-Junioren).

Die IWBF Europe trägt drei Hauptwettbewerbe für Vereinsmannschaften aus: Den Champions-Cup (seit 1976), den André-Vergauwen-Cup (seit 1986) und den Willi-Brinkmann-Cup (seit 1997). Die Zuteilung der Startplätze pro Nation für diese Wettbewerbe ermisst sich aus einer Dreijahres-Nationswertung dieser Pokalwettbewerbe sowie dem Nationsranking der IWBF Europe. Alle drei Wettbewerbe werden in Turnierform mit jeweils drei Vorrundengruppen und einem Enrundenturnier ausgetragen.

Die erfolgreichste Vereinsmannschaft Europas ist BC Verkerk Zwijndrecht um den früheren niederländischen Weltklassespieler Gert-Jan van der Linden, die zwischen 1991 und 1996 den Champions-Cup fünfmal gewann.

Vereinsmannschaften aus Deutschland und dem deutschsprachigen Raum nahmen mit großem Erfolg an allen drei Wettbewerben teil: Der RSV Lahn-Dill konnte bis 2006 den Champions-Cup dreimal gewinnen. Der RSC-Rollis Zwickau gewann 2004 und 2006 jeweils den André-Vergauwen-Cup. Weitere deutsche Teams konnten sich jeweils einmal in die Siegerlisten eintragen: 1992 gewann der UBC Münster, 1999 der ASV Bonn den André-Vergauwen-Cup. Den Willi-Brinkmann-Cup holten der RSV Lahn-Dill (2002) und die SG Heidelberg-Kirchheim (2001) je einmal nach Deutschland. Als erstes Team aus der Schweiz konnten 2005 die Pilatus Dragons den Willi-Brinkmann-Cup gewinnen. Die beste Platzierung eines österreichischen Teams erreichte der RSV Salzburg mit einem fünften Rang im Champions-Cup.


Orthopoint Dokumentationen: Sport mit Behinderung
Bildgalerie: Rollstuhlbasketball
© Foto: Garry Knight, Creative Commons Lizenz Hinweis
Teile dieses Artikels basieren auf dem Artikel Rollstuhlbasketball aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Noch keine Bewertungen vorhanden