Ein Leben ohne Krücken, kann ich mir auch nicht mehr vorstellen

"... ein Leben ohne Krücken, kann ich mir auch nicht mehr vorstellen".

Erfahrungen mit einer Querschnittlähmung

Meine Querschnittlähmung fing ich mir an meinem 18. Geburtstag ein. Ein Lastwagen riß mich vom Fahrrad und hätte mich beinahe unter sich zerquetscht. Mit einem zersplitterten Becken, zwei Beinbrüchen und einem doppelten Wirbelsäulenbruch wachte ich einige Tage später aus einem künstlichen Tiefschlaf auf. Das leere Gefühl unter meinem Bauchnabel bestätigte wohl die Auskunft einer Ärztin, daß ich gelähmt war.

Geglaubt habe ich lange nicht, daß mein Leben sich grundlegend ändern sollte. Aber gehofft hatte ich zwei Jahre darauf wieder gehen zu können, denn die Ärzte hatten mir Hoffnung gemacht. Die ersten zwei Jahre nach meinem Unfall waren die schlimmsten meines Lebens... . Ständig war ich auf die Hilfe meiner Eltern und Bruder angewiesen. Um mein Abitur machen zu können, haben sich bestimmt einige frühere
Mitschüler ihren Rücken beim Tragen beschädigt.

Tatsächlich: Starke Schmerzen und ein unangenehmes Kribbeln in meinen Beinen, kündigte einen teilweisen Rückzug meiner Querschnittlähmung an. Wie ein Kind lernte ich meinen Körper wieder einigermaßen "normal" zu benutzen. Nach und nach kam wieder Leben in meinen Körper.

Heute benutze ich meinen Rolli nur noch auf langen Strecken. "Sichtbar" ist meine Behinderung immer noch. Viele halten mich für einen Krüppel, mit dem man nicht mehr alles machen kann.

Realistisch: Ich habe einen verkrüppelten Körper. Aber ein Leben ohne Krücken, kann ich mir auch nicht mehr vorstellen. Sex macht mir wieder Spaß, obwohl ich noch immer berechtigte Angst vor meiner Inkontinenz habe. Gut finde ich solche Websites wie Orthopoint. Dort kann man wirklich was erleben.

(Der Text wurde in Absprache mit dem Verfasser gekürzt.)

Stephan


Lieber Stephan, Ich

Lieber Stephan, Ich gratuliere dir von Herzen für die gesundheitliche Entwicklung, die dich offenbar von Orthesen, HKAFOs, Beinschienen und/oder RGOs erlöst hat.

Obschon ich so etwas nicht erlebt habe, betrachte ich mich mit all den Hilfsmitteln, auf die ich angewiesen bin, nicht als Krüppel, sondern ganz einfach als eine Frau, die mit bescheidener Mobilität leben darf.

In diesem Sinne wünsche ich dir weiterhin einen guten Verlauf, und ich schicke dir viele gute Wünsche zum neuen Jahr.

Lucy Caroline

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