Erfahrungen mit einem Eving-Sarkom und einer Beinamputation

"Nach der Beinamputation ist kein Bein nachgewachsen...

Irgendwann war ich davon überzeugt, dass trotzdem alles möglich ist.

Hier kurz zu meiner Krankheitsgeschichte und warum mir das Bein fehlt:

Hiermit widerlege ich den Spruch: "Auf einem Bein kann man nicht stehen..."

1975 erkrankte ich an einem Ewing-Sarkom. Also im Alter von 4 Jahren. Ein Ewing-Sarkom ist grob definiert ein bösartiger Tumor, welcher überwiegend in Gliedmaßen (bei mir war’s der Oberschenkel) im Kindesalter auftritt. Leider waren damals die Behandlungsmethoden bei weitem nicht so hervorragend wie heute. Ein Sarkom derart wurde in meinem Alter oft durch Strahlentherapie und natürlich auch medikamentös behandelt. Leider in den meisten Fällen - soviel ich weiß- ohne Erfolg. Oft bleibt nur noch als einzige Möglichkeit, diese Krebsart zu überleben: eine Radikal-OP, d.h. Amputation.

Eigentlich hatten mich die Ärzte damals schon aufgegeben, weil wohl keiner mehr eine Heilungschance bei mir sah, da sich die Metastasen bei diesem Sarkom sehr rasch vermehren. Trotzdem gaben meine Eltern nicht auf und bettelten die Ärzte an, sie mögen doch alles tun, was möglich ist, auch eine Amputation. Die Mediziner reagierten nach dem Motto: »Ich amputier doch nicht einem 4-jährigem Kind das Bein, wenn ich weiß, dass es ein paar Wochen später eh an der Krankheit sterben wird«. Trotzdem wurde mir zu guter letzt nach einer mehrmonatigen Strahlentherapie und Unmengen an Medikamenten der rechte Oberschenkel amputiert. Der Fachbegriff hierfür lautet: Exartikulation! Das ganze geschah am 17.10.1975. Was mich persönlich betrifft, so kann ich mich leider nur noch an Bruchstücke erinnern. Schwerer muss es meinen Eltern ergangen sein, die bei meiner Erkrankung viele Nerven lassen mussten. Ich habe den ganzen Wirbel mit 4 Jahren noch nicht so richtig begriffen und blieb damals in dem Glauben: »Naja, das wird schon wieder nach wachsen. Fingernägel wachsen ja auch wieder nach, wenn man sie abschneidet. Warum nicht auch ein Bein?«

Nun sind schon 28 Jahre vergangen und mir ist immer noch kein Bein nachgewachsen. Trotzdem muss ich sagen, dass es mir nicht schlechter geht, als anderen auch. Irgendwann war ich davon überzeugt, dass trotzdem alles möglich ist. Sei es im Sport, wie z.b. Fahrrad fahren, Fußball spielen, Volleyball, oder sogar das Thema Frauen ;-). Ich musste mich als Kind sicherlich mehr durchboxen, als andere Nichtbehinderte in meinem Alter. Jeder weiß wohl, wie grausam Kinder manchmal sein können, wenn es ums Hänseln oder ähnliches geht. Dennoch hab ich mir oft gesagt: »Augen zu, Arsch zusammen kneifen und durch«.

Mehr über mich ......

Hallo, wer gerne mehr wissen möchte, kann auch gern auf meine Seite schauen.

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