Mehr Gebärdensprache an Schulen

Gebärdensprachkompetenz an Schulen für Hörgeschädigte verbessern

[Orthopoint Magazin – Hamm] Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Karl Finke, hat sich dafür ausgesprochen, die Gebärdensprachenkompetenz an Schulen für Hörgeschädigte zu verbessern. Finke verwies in diesem Zusammenhang auf die Anerkennung der Gebärdensprache im Niedersächsischen Behindertengleichstellungsgesetz.

„Aus vielen Gesprächen mit Eltern hörgeschädigter Kinder weiß ich, wie wichtig es ist, dass trotz fortgeschrittener medizinischer Technik für hörgeschädigte Kinder der Unterricht in Gebärdensprache wieder verbindlich vorgeschrieben wird und dass die Pädagoginnen und Pädagogen Gebärdensprachkurse belegen“, erklärte Finke.

Es habe sich gezeigt, dass Lehrerinnen und Lehrer in Schulen für Hörgeschädigte oft nicht genügende Gebärdensprachenkompetenz hätten und mit den hörgeschädigten Kindern „radebrechen“. Zum Wohle der hörgeschädigten Kinder sollten deshalb künftig nur noch Pädagoginnen und Pädagogen mit Sachverstand in Gebärdensprache an Schulen für Hörgeschädigte zugelassen werden, forderte der Landesbeauftragte.

„Niemand würde auf die Idee kommen, für hörende deutsche Kinder eine fremdsprachige Lehrerin oder einen fremdsprachigen Lehrer mit unzureichenden Kenntnissen der deutschen Sprache im Deutsch- oder Mathematikunterricht einzusetzen“, führte Finke als Vergleich an und forderte für hörgeschädigte Kinder in Niedersachsen ein kompetentes Bildungssystem, in dem Hörgeschädigte und Hörende eine gemeinsame Kommunikationsform haben.