Rollstuhlbasketball der Frauen, Sommer 2008
Sommerliga der Frauen: Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten eine Klasse für sich
Von Jutta Retzer, DRS
„Es war ein wirklich toller Tag. Alle hatten mächtig Spaß und es gab gute Spiele zu sehen“ schwärmte die Spielleiterin der Sommerliga (Rollstuhlbasketball) Inga Orlowski von den Nusse Rams über das in Würzburg abgehaltene Turnier für Mädchen und Frauen. Dabei sollte es eigentlich noch eine durchaus größere Sache werden, sah die offizielle Ausschreibung doch einen deutschlandweiten Ligabetrieb für Nachwuchsspielerinnen über die Sommermonate für die Frauen vor. Die Planungen liefen bereits seit Monaten, doch wie so oft bei neuen Sachen gibt es gewisse Anlaufschwierigkeiten zu überwinden. „Das kennen wir und schockt uns nicht“ gab Frauenreferentin Ann-Katrin Gesellnsetter mit einem Lächeln im Gesicht an. Denn schließlich habe man mit Günter Vogel von der Firma Meyra und weiteren unterstützenden Sponsoren wie dem Haus am Rheinsberg, den Unternehmen Astra und Schwalbe, sowie einem Fachverband, der um die Bedeutung der Mädchen und Damen weiß, genügend Rückhalt, um aus der nicht vor allzu langer Zeit geborenen Idee in naher Zukunft eine etablierte Veranstaltung werden zu lassen.
Dass es aber bereits in diesem Jahr großartigen Sport zu sehen gab, zeigten die Damen und Mädchen in vier Teams, die sich im fairen Spiel nichts zu schenken hatten. Gespielt wurde zunächst in zwei Gruppen, die jeweils von zwei Männermannschaften aus Würzburg und Amberg ergänzt wurden. „Das gibt der Veranstaltung eine gewisse Würze“ meinte Gerd Herold, der mit seinem Ausrichterteam hervorragende Arbeit leistete und dafür sorgte, das alles reibungslos klappte.
Rollstuhlbasketball der FrauenWährend die Partie Würzburg gegen den RSC Köln mehr als deutlich für den Gastgeber ausfiel, ging es bereits zu Beginn des Turniers im Spiel USC München gegen RTB Uni Bochum spannend zu. Die Führung wechselte regelmäßig und vor allem die quirlige 2-Punkte Spielerin Ann-Katrin Gesellnsetter sorgte für Treffer aus der zweiten Reihe. Doch die Spielerinnen aus Bayern um Coach Dominik Brandl hatten am Ende verdient das Glück auf ihrer Seite und entschieden die Partie mit 22:21.
Gegen die beiden Männerteams zeigten die Damen guten Basketball, und so mancher Gegner schien von der Gegenwehr der Frauen überrascht. Im Halbfinale machte es Bochum gegen das Team aus Würzburg wieder spannend. Der arme Trainer Roger Packmohr bekam an diesem Tag so manches graue Haar (mehr) auf seinem Kopf, hatte er doch seine Damen auf Sieg eingeschworen und so kam es letztlich auch. Der Einzug ins Finale gelang – mit wieder nur einem Punkt Vorsprung. Der RSC Köln erlebte zu den Vorrundenspielen einen kräftigen Aufwind. Schöne Kombinationen und heraus gespielte Körbe – vor allem durch die nun gut aufgelegte Centerin
Juliane Wünsch – sorgten für einen überraschenden Sieg im zweiten Halbfinale gegen gegen den USC München
Das Spiel der Münchnerin hatte Kraft gekostet und so unterlagen die engagierten Bayerinnen im Spiel um Platz 3 dem erfahrenen Team aus Würzburg um die ehemaligen Nationalspielerinnen Andrea Ehrenfels, Claudia Müller und Anja Janusch am Ende deutlich. Das Überraschungsteam im Finale war jedoch eindeutig der RSC Köln. Die Damen vom Rhein suchten ihre Außenseiterchance und griffen sofort an. Neben einer guten Verteidigung hatte die Kölnerin auch noch das Glück auf ihrer Seite, denn für die Bochumer schien der Korb das eine oder andere Mal fast zugenagelt. Die von Beginn an vorhandene Führung wurde durch die Kölnerinnen beständig ausgebaut und als dann die Schlusssirene kam, konnten sie es kaum glauben: Sie hatten die RTB Uni Bochum mit 26:19 geschlagen und waren der verdiente Sieger beim ersten Frauen-Sommer Cup!
Für einen stimmungsvollen Ausklang im Anschluss an die Siegerehrung an diesem Tag sorgte ein gemeinsames Abendessen mit einem leckeren italienischen Buffet. Danach traten einige die Rückreise an, doch die richtig hart Gesottenen machten es sich noch einmal auf ihren Isomatten, Luftmatratzen und Schlafsäcken in der Halle gemütlich und konnten trotz der ungewohnten Umgebung sicherlich gut und tief schlafen! Für das kommende Jahr ist die Sommerliga natürlich wieder eingeplant. „Ich hoffe aufgrund des Erfolges von diesem Wochenende auf eine größere Resonanz im nächsten Jahr“, so die Spielleiterin Inga Orlowski, „denn es ist gerade für die Nachwuchsspielerin einfach eine tolle Gelegenheit möglichst viel Spielpraxis zu sammeln und dabei jede Menge Spaß zu haben!“
„Paralympisches Feuer“ am 27. September beim Try Out in Frankfurt
Nora SchratzDarf ich die Silbermedaille mal anfassen?? Das war wohl die am meisten gestellte Frage an diesem Tag und Nora Schratz musste immer wieder das Schatzkästchen öffnen um die Neugier der Try Out Teilnehmerinnen zufriedenzustellen. Es war eine gelungene Veranstaltung und das Trainerteam um Marco Hopp mit Nora Schratz, Silke Bleifuß und Sebastian Wolk konnte 30 Kinder und Jugendliche begeistern mit einem abwechslungsreichen und anstrengenden Trainingstag. Beim Abschlussspiel aller Teilnehmer gegen die Coaches wurde um jeden Ball mit vollem Einsatz gekämpft und es hat beiden Teams viel Spaß gemacht.
Die Begeisterung bei der Autogrammstunde im Anschluss an die Veranstaltung bestätigt die Vorbildfunktion, die unsere TrainerInnen vermitteln und die Wichtigkeit unserer Basisarbeit. Sie fördert die Motivation und das Interesse für den Rollstuhlbasketball und zeigt Wertschätzung und Identifikation mit den „Profis“.
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