Mehr Barrierefreiheit

Mehr Barrierefreiheit ins Konjunkturprogramm

[Orthopoint Magazin – Hamm] „Die Bereitstellung zusätzlicher Mittel zur Förderung des altersgerechten Umbaus von Wohnraum ist ein erster wichtiger Schritt, den das Bundeskabinett mit dem jetzt verabschiedeten Konjunkturförderprogramm gegangen ist. Dieser Weg muss jetzt konsequent weiterverfolgt werden. Wir brauchen dringend Förderprogramme zur barrierefreien Sanierung von Arztpraxen, öffentlichen Gebäuden, Schulen oder Sportstätten in unseren Städten und Gemeinden“, forderte die Landesbehindertenbe­auftragte Angelika Gemkow gestern in Düsseldorf. „Deshalb fordere ich eine Erweiterung zur Förderung des Barriereab­baus. Da wo Steuergelder für Energiesparmaßnahmen eingesetzt wer­den, sollten künftig immer auch Investitionen in den Barriereabbau erfolgen. Barriereabbau heißt z.B. Verringerung von Stolperfallen, Trep­pen, Stufen, Schwellen. Der Abbau von Barrieren rechnet sich, ist öko­nomisch vernünftig und muss von Anfang an mit gedacht und geplant werden. Der Abbau von Barrieren sichert die Mobilität vieler behinderter und älterer Menschen und damit die Teilhabe am Leben“, so die Lan­desbehindertenbeauftragte weiter.

„Barrierefreiheit ist für mich so wichtig wie der Klimaschutz“, hob Gemkow hervor. „Mit der deutlichen Zunahme behinderte und älterer Menschen stehen wir vor dramatischen Veränderungen in der Altersstruktur unserer Bevölkerung Im Jahr 2035 wird Deutschland eine der ältesten Bevölkerungen der Welt haben. Im Straßenbild wird es mehr Rollatoren als Kinderwagen geben.“ Angesichts des demografischen Wandels werde deutlich, dass Barrierefreiheit nicht nur den Menschen mit Behinderung nützt. Sie kommt auch Familien mit Kindern, älteren Menschen oder denjenigen zugute, die wegen einer Krankheit oder eines Unfalls zeitweilig in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Gemkow: „Barrierefreiheit ist ein Gewinn für alle und führt zu einem größeren Komfort und zu mehr Lebensqualität der Menschen.“

Das umfangreiche Maßnahmepaket der Bundesregierung zur Beschäf­tigungssicherung durch Wachstumsstärkung sieht neben anderem auch zusätzliche Investitionen in die Energieeffizienz von Gebäuden, die För­derung des altersgerechten Umbaus von Wohnraum und ein Investiti­onspaket zwischen Bund, Ländern und Gemeinden zur energetischen Sanierung von Schulen, Kindergärten, Sportstätten und sonstiger sozi­aler Infrastruktur sowie Großsiedlungen vor.

Der Abbau von Barrieren dürfe nicht länger als Sondermaßnahme für Menschen mit Behinderung angesehen werden. Gemkow: „Jetzt ist der Zeitpunkt, durch eine nachhaltige Steuer- und Förderpolitik wichtige Impulse an Investoren, Planer, Handwerker und Entscheider zu setzen.“