Logo Köln 99er[Orthopoint Nachrichten, Hamm] Mit einer sehr starken Mannschaftsleistung gewannen die Köln 99ers in einer spannenden Partie vor knapp 250 Zuschauern 79:59 (16:15, 26:17, 22:13, 15:13). Vor der Begegnung überreichten die Köln 99ers dem Malteser Hilfsdienst in Köln einen Scheck in Höhe von 775,61 EUR für die Erdbebenopfer in Haiti. Dieser Betrag war bei den letzten beiden Spieltagen durch die Fans und die Unterstützung der Rhein Energie AG zusammen gekommen. Für die 99ers war es ein großes Anliegen, den Opfern in Haiti eine Unterstützung zukommen zu lassen. Der 1.Vorsitzende Winfried Hühn freute, sich zwei Vertretern der Hilfsorganisation den Scheck übergeben zu können. Die Köln 99ers bedanken sich bei allen Spendern!
Mit dem Kölner Sieg über die Roller Bulls zeigte sich wieder einmal das große Potential der Mannschaft, dass leider allzu oft in dieser Saison nicht abgerufen werden konnte. Nachdem im Laufe der Woche Sebastian Spitznagel krankheitsbedingt für das Spiel absagen musste, standen die Zeichen vor dem letzten Heimspiel für die Kölner mehr als ungünstig. Doch die Domstädter wollten ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt mit einem Überraschungssieg vor heimischer Kulisse gegen den Tabellensechsten aus St. Vith wahren.
Den besseren Start erwischten dann auch die Gäste, deren über 60 mitgereiste Fans sich mit den „Flying Flönz“ ein Trommelduell abseits des Spielfeldes lieferten und damit für eine tolle Stimmung in der Sporthalle Bergischer Ring sorgten. Nach 3 Minuten zeigte die Anzeigetafel bereits 0:6 für die Bulls und es deutete sich ein Spielverlauf an, der den Kölnern noch aus dem Hinspiel gut in Erinnerung war. Doch Köln schaffte nach dem nervösen und überhasteten Start mit den ersten Punkten von Maxime Poulin und Michalis Stergiopoulos den Anschluss zum 4:6. Die Bulls legten gleich nach und zogen zunächst auf 4:11 weiter davon, ehe Köln in der 8. Minute den Ausgleich zum 11:11 erkämpfte. Nun wechselte die Führung regelmäßig zwischen den beiden Kontrahenten. Bis zur Viertelpause konnten die Gastgeber jedoch eine hauchdünne Führung von 16:15 für sich behaupten.
Köln startete gut ins zweite Viertel und baute seine Führung erstmals auf 3 Punkte aus. Aber die Bulls waren nicht gewillt, die Punkte kampflos herzugeben und eroberten die Führung mit 18:19 wieder zurück. Die lange „Garde“ der Gastgeber machte den Rückstand binnen zwei Angriffen schnell wieder wett und sollte bis zum Spielende die Führung nicht mehr aus der Hand geben. Insbesondere Frederic Jäntsch zeigte ein überragendes Spiel und konnte mit 31 Punkten und 16 Rebounds sein erstes double/double der Saison verbuchen. Der neue Top End Sportrollstuhl, den er im Laufe der Woche bekommen hatte, schien ihn wahrlich zu beflügeln. Wendiger und schneller unterwegs gelang dem Kölner Eigengewächs mit seinem neuen Gefährt nun nahezu alles.
Die Bulls, die zwischenzeitlich mit verschiedenen Mannschaftsaufstellungen den Kölner Sturmlauf zu stoppen versuchten, konnten nicht verhindern, dass die 99ers ihre Führung bis zur Halbzeit auf stolze 42:32 Punkte hochschraubten.
In der Halbzeitansprache machte das Trainerduo Andrew Flavell und Gundula Wolff noch mal klar, dass dieses Spiel noch nicht gewonnen war und man die Partie auf keinen Fall mehr aus der Hand gebe durfte. Die Bulls konnten zu diesem Zeitpunkt zwar mit einer besseren Trefferquote von 62% gegenüber von 58% der Kölner aufwarten, doch die klare Lufthoheit hatten sich die 99ers mit 18 zu 9 Rebounds gesichert.
Ließ das Team vom Rhein bei der Begegnung in Hamburg noch phasenweise den letzten Siegeswillen vermissen, so war allen klar, dass dieses Spiel unbedingt gewonnen werden musste, wollte man überhaupt noch eine minimale Chance auf den Klassenerhalt wahren. Angespornt von der tollen Zuschauerkulisse knüpften die Hausherren dann auch an die gute Leistung des 2 Viertels an. Beide Teams konnten zwar regelmäßig punkten aber Köln ließ nun kaum einen unbedrängten Wurf der Gäste zu. Diese intensive Spielweise forderte jedoch mit dem 4. Foul von Max Poulin einen hohen Preis und so sah sich Trainer Flavell gezwungen seinen Schützling beim Spielstand von 52:39 zunächst auf die Bank zu setzen. Die Gäste sahen jetzt ihre Stunde gekommen, das Spiel doch noch umdrehen zu können. Doch die Einwechslung der „kleinen“ Aufstellung machte munter weiter, wo die „Lange Garde“ aufgehört hatte. Frederic Jäntsch wurde gut in Stellung gebracht bedankte sich mit 10 Punkten in Folge für die gute „Fahrarbeit“ seiner Mitspieler. Ein klares 22:13 Viertelergebnis war dann auch ein eindeutiger Beweis für das gute Zusammenspiel der Domstädter.
Mit einem 64:45 Vorsprung ging es dann für die Gastgeber in das letzte und entscheidende Viertel. Die Bulls waren trotz des 19 Punkte Rückstandes noch nicht gewillt, die Punkte kampflos den Köln 99ers zu überlassen. So stellte Coach Martial zu Beginn des 4.Viertels auf eine Ganzfeldpresse um, um doch noch die Wende zu erzwingen. Zunächst schien diese Taktik auch für die Gäste aufzugehen. Die Roller Bulls kamen bis zur 35. Spielminute noch mal bis auf 67:51 heran. Doch in der Folge mussten die Mannen um Samir Bader und Lorenzo Boterberg ihrem druckvollen Spiel Tribut zollen und konnten mit jeweils 4 Fouls dem starken Offensivspiel der Hausherren nichts mehr entgegen bringen. Bereits 4 Minuten vor Ende der Partie schied dann auch noch Frederic Roloux mit überzogenem Foulkonto aus. Ein letztes Aufbäumen der Gäste, die jetzt versuchten die Kölner an der Freiwurflinie zu schlagen, zeigte ebenfalls kaum Wirkung. Das Viertel ging, wenn auch nur knapp, ebenfalls mit 15:13 an die Kölner. Am Ende stand ein mehr als verdienter 79:58 Erfolg über einen starken Gegner auf der Anzeigetafel.
Mit diesem Sieg haben die Köln 99ers den 9.Tabellenplatz erobert, da Osnabrück zwar punktgleich mit Köln ist, aber durch eine Sternchenwertung durch nicht Antreten in München, den direkten Vergleich mit den Köln 99ers verliert und somit auf den letzten Tabellenplatz rutscht. Nun stehen mit den beiden nächsten Partien in Frankfurt und München sicherlich noch schwerere Gegner auf dem Reiseplan der 99ers. Aber der Klassenerhalt ist immer noch möglich.
Unterstützung erhalten die Domstädter beim nächsten Auswärtsspiel in Frankfurt erneut von ihren Fans. Für die Fahrt an die Mainmetropole wurde eigens ein Bus gechartert. Weitere Interessierte können sich auf Facebook in einer Onlineliste registrieren und sind herzlich eingeladen, das Team zu unterstützen. Dass ein Sieg gegen Frankfurt drin ist, haben die 99ers kurz vor Weihnachten bereits bewiesen und wollen dies nun gerne wieder unter Beweis stellen.
Köln 99ers
Jäntsch (31), Poulin (28), Stergiopoulos (17), Bergenthal (2), Flavell (1), Richter, Jammoul, Ito, Özbicerler
Roller Bulls
Bader (17), Bernal (9), Moujoud (8), Paasch (8), Dries (6), Roloux (5), Boterberg (4), Vandenbergh (1), Veithen