Ausgabe 14.05.02

Archiv Orthopoint Newsletter "netsprint"

Ausgabe 14.05.02

1. Editorial
1999 lehnte ein Webmaster den Link auf Orthopoint ab. Der nichtbehinderte Sozialarbeiter aus Frankfurt/M. fragte, warum es Orthopoint geben müsse. Die Seite sei überflüssig. Die Website des Sozialarbeiters wurde seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert. Wie notwendig eine Website ist, die von den Interessen der Heil- und Hilfsmittel-Industrie sowie etablierter Organisationen unabhängig ist, zeigen die Dateianfragen. Seit Januar 2002 wurden mehr als 1 Millionen Dateien vom Orthopoint Server abgerufen. Als kleines Dankeschön erhalten Sie im Herbst ein Update.

Die Gentechnologie rückt immer mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Ob die schöne neue Genwelt wirklich so schön ist, müssen Sie selbst entscheiden. Einen umstrittenen Fall will ich vorstellen.

Im deutschen Sprachraum gibt es bisher nur wenige Websites zum Thema Handicap. Das aktuelle Formtief der WWW-Branche trägt nicht zur Verbesserung dieser Situation bei.

Anders in den USA, dort publizieren viele Menschen mit Handicap. Vielleicht fehlt in Zentraleuropa bisher der Mut. Immerhin zählt hier noch die überlebte Devise "Wir sind nicht behindert, wir werden behindert". Das ist keine ideale Ausgangsbasis für mutiges Handel.

In den USA setzen sich seit den 70er Organisationen für mehr Unabhängigkeit von Menschen mit Handicaps ein. Selbstbestimmt sind alle Menschen, die in einer Demokratie leben, unabhängig nicht unbedingt.

Allen Menschen mit oder ohne Sorgenkind wünsche ich einen aktionsfreien Tag. Bleiben Sie dem Orthopoint treu.

2. Egotrip: gehörloses Kind auf Bestellung
In den USA erfüllte sich der Traum eines lesbischen Paares. Sie wünschten sich ein Kind, das ebenfalls so taub sein sollte wie sie selbst. Bestimmte das letzte Jahrhundert politisch motivierte Genozide, so scheint die Egoismus mehr und mehr unsere Zeit zu beherrschen.

Bekannt sind die ersten Prozesse von Kindern gegen ihre Eltern, die sie trotz eines erkannten genetischen Schadens geboren haben. Es steht zu vermuten, daß das gehörlos geborene Kind ebenfalls gegen seine Erziehungsberechtigten klagen wird.

Die materiellen und immatieriellen Folgekosten tragen nicht die Schöpfer sondern die gesamte Gesellschaft. Hier fehlen wohl noch geeignete Gesetze, die schlimmeres verhindern.

Mehr Meinungen:
Wochenzeitung "Die Zeit"
Wochenzeitung "Freitag die Ost-West-Zeitung"

3. LB-Magazin
Aus dem Tümpel der Webangebote, die Gehörlose interessieren könnten, sticht das LB-Magazin hervor.

Oliver Ullmann aus München, der wohl mehr als ein Berufsjugendlicher ist, hat das "Online-Magazin für Hörgeschädigte" entwickelt. Als satirisches Magazin gestartet, nimmt es heute eher sarkastisch den etablierten Selbsthilfesektor ins Visier.

Sport und Spaß sind die Säulen dieses Magazins. Wer bisher lediglich nur bei planetdeaf war und auf seine Wiedereröffnung wartet, ist hier sehr gut aufgehoben.

4. E-Commerce kommt
Etwas spät erkennen nun auch die öffentlichen Krankenkassen die Vorteile von E-Commerce. 0800docmorris wird sich freuen, dort kann man bereits Medikamente kaufen.

Wie zukünftig die Websites der Heil-und Hilfsmittelhersteller aussehen könnten sehen Sie unter:
http://www.colourswheelchair.com
Genießen Sie die Farben.


Orthopoint Netsprint Archiv:
Ungültige Links wurden gelöscht. Gültige Links auf Orthopoint Websites wurden ebenfalls gelöscht.
Den Orthopoint Newsletter netsprint kannst Du hier kostenlos bestellen
Zurück zum Archiv