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Der Umgang mit einer Behinderung

Handicap verstecken?
Im Juli 2000 hat Orthopoint gefragt, ob Menschen mit einem Handicap ihre Behinderung verbergen wollen. Die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer sprach sich dagegen aus. Orthopoint hat hier einige Antworten aus dieser immer noch spannenden Diskussion um die Frage "Handicap verstecken" veröffentlicht. Noch immer können Sie hier Ihre Meinung äußern. Hat sich Ihre Meinung geändert?
Die Beiträge:
warum sollte jemand etwas verstecken was in meinen augen vollkommen normal ist
Warum denn? Ich selber tue es auch nicht und finde es inzwischen ganz normal. Es ist eben so und damit muss man dann auch Leben, ich schwitze mich im Sommer nicht kaputt unter dicker Bekleidung. Ich gehe dann auch sehr offen mit meiner Behinderung um.
Ich finde die Seite sehr schön und interessant. Ich komme aus Estland und ich denke, dass in Estland sollte auch diese Seite für behinderten sein. Zu der Frage: die Behinderte dürfen sich nicht verstecken, sondern sie müssen möglichstens so aktiv sein, wie sie können. Meiner Meinung nach müssen sogenanntete gesunde Leute wissen, dass hinter dem kranken Körper ein interessantes Mensch ist.
Mein Oberarmstumpf sieht nicht so toll aus
Antwort:
>Mein Oberarmstumpf sieht nicht so toll aus
Sorry,ich hatte zu früh auf die Tasten gedrückt. Mein Oberarmstumpf ist auch nicht optimal, aber ich möcht ihn nicht verstecken und fühle mich im Sommer auch ohne Prothese oder langen Ärmeln einfach wohler.
"Eine Behinderung macht sich bei den Frauen nicht gut"
Antwort:
>Macht sich bei den Frauen nicht gut
Dazu kann ich nur sagen:
1. Warum etwas verstecken, was nun mal einfach da ist?
2. Warum macht sich das deiner Meinung nach nur bei Frauen nicht gut??
3. Eine hübsche sympathische Frau bleibt doch trotz der Behinderung eine
hübsche sympathische Frau, oder???
Also meine Antwort ist klar: NEIN!
Gruss aus Wien
Ich denke, dass Körperbehinderte ihre Behinderung nicht verstecken sollen. Meist können sie das auch gar nicht. Zumindest dem Betrachter, der genau hinschaut, wird die Behinderung ohnehin auffallen. Außerdem: Sollen wir uns deswegen etwa schämen? Nein!!
Behinderung gehört einfach zum Leben, natürlich auch Krankheit und irgendwann der Tod. Letzterem entgeht auch keiner.
Behinderte, insbesondere Körperbehinderte sind gut beraten, wenn sie sich aktiv in die Gesellschaft bewegen und dort zeigen, was sie können. Das ist zumeist eine ganze Menge. So sehen das auch viele meiner Freunde/innen.
Das wars erst mal.
Tschüs bis zum nächsten Treff - Peter.
es geht halt nicht immer (bin unterarm-amputiert). aber mit einer schönen prothese ..... mache ich es auch.
Also so locker wie "ChristianB" kann ich (28, auch oberschenkelamputiert) die Sache nicht sehen. Wenn es nur irgend geht, trage ich meine Prothese (und Hosen), und zwar nicht nur, weil es praktisch ist, die Hände frei zu haben, sondern auch, damit man meine Behinderung nicht gleich auf den ersten Blick sieht. Wer genauer hinschaut, bemerkt natürlich den auffallenden Gang, aber trotzdem kommt nicht jeder auf den Gedanken, was eigentlich mit mir los ist. Insofern: ja, ich versuche, meine Behinderung zu verstecken.
Andererseits gehe ich in meiner Freizeit inzwischen auch gelegentlich mal, z.B. jetzt im Sommer, mit Krücken auf die Straße, wenn ich ein bißchen mehr Bewegungsfreiheit haben möchte (und nichts tragen muß, was nicht in den Rucksack paßt). Ich will mich nicht von der Prothese abhängig machen und zu Hause hocken, wenn ich sie nicht tragen will oder kann. Eine ganze Zeit lang habe ich das gemacht, und ich habe darunter gelitten. Also: nein - nicht verstecken!
Aber die Glotzerei macht mir schon zu schaffen, das kann ich einfach nicht leugnen. Auch zu Shorts, die ChristianB gerne trägt, konnte ich mich noch nicht durchringen, weil ich denke, das sähe doch ein bißchen nach bewußtem Zur-Schau-Stellen aus (auch bei ausreichender Länge), und ich will nicht provozierend wirken und nicht noch mehr Blicke auf mich lenken. Aus diesem Grund gehe ich auch nicht zu öffentlichen Zeiten ins Schwimmbad und möchte auch keinen Grund für Erklärungsbedarf bei Müttern liefern. So normal, wie Christine und Günther Selzer das finden, ist eine beinamputierte Frau keineswegs - finde ich, und die Leute, die mich anstarren, finden das offenbar auch.
Ihr seht, ich bin hin- und hergerissen.
Schönen Gruß,
Ich bin dagegen das man seine Behinderung verbirgt.Bin selbst seit 30 Jahren durch einen Rangierunfall,doppelltbein Unterschenkel Amputiert und hatte auch nie ernsthafte Schwierigkeiten wegen meiner Behinderung.Man muß sich auch getrauen auf die Menschen zuzugehen die meisten haben nur die Scheu Behinderte anzusprechen.Ich merke es jetzt in unserer Selbsthilfegruppe für Arm und Beinamputierte das viele von uns viel lockerer mit ihrer Situation umgehen.Viele Grüße aus Coburg
Mein Freund ist mit seinen 21 Jahren jetzt seit 8 Jahren schwer Gehbehindert. Nach einigen Monaten habe ich ihn jetzt so weit, dass er offener mit seiner (nicht zu versteckenden) Behinderung umgeht. Er hat kein Problem mehr damit, sich auch im Rolli zu zeigen. Wir gehen spazieren, wir gehen shoppen.. früher wäre er dafür _nie_ in den Rolli gegangen und wenn er durch die Lauferei verrückt geworden wäre. Seit wir zusammen sind hat sich das so sehr geändert. Es macht uns vieles möglich, was vorher nicht möglich war. Er ist nicht in der Lage, so lange Strecken nur an Krücken zurückzulegen. Aber im Rollstuhl können wir zusammen alles machen, was andere Pärchen auch machen können!
Ich möchte nicht, dass er seine Behinderung versteckt. Ich liebe ihn so wie er ist. Ob behindert oder nicht. Das ändert an meinen Gefühlen zu ihm nichts. Aber er muss sich akzeptieren, mit der Behinderung und das geht nicht, wenn er sie versteckt und/oder das Gefühl hat, seine Behinderung verstecken zu müssen. Nur wenn er seine Behinderung offen haben kann ohne sich ihrer schämen zum müssen, nur dann kann er Liebe zulassen und Liebe geben.
Dafür muss er seine Behinderung zeigen. Dafür muss er auch mit seiner Behinderung akzeptiert werden. Dafür muss er zu seiner Behinderung stehen können.
Ich denke, dass man niemanden dazu zwingen kann, seine Behinderung zu verstecken. Wenn aber jemand sagt, er möchte seine Behinderung nicht zeigen und nicht zu ihr stehen, dann finde ich das vielleicht nicht richtig, kann das jedoch verstehen.
Versteht mich jemand? Ich habe da ziemlich konfuse Gedankengänge, oder?
Ich bin 28J. alt und bin Tetraspastiger!
Mein problem ist ich verstecke meine Inkontinenz ich schäme mich dafür obwohl ich weiss das ich nicht`s dafür kann würde gerne wissen ob es noch andere Behinderte mit inkontinenz gibt? würde mich auch freuen wenn mir jemand eine E-mail schicken würde zwecks erfahrungs austauch,freundschaften etc.
Ich finde, Menschen, die körperlich oder geistig behindert sind sollten genauso
anerkannt werden wie andere. Sie können doch alles tun, was wir auch können ob
Sport oder in die Schule gehen, sie haben nur ein Handycap,dass man doch leicht umgehen kann. Mit unserer Hilfe werden vielleicht auch sie sich mal irgendwann in unserer GEsellschaft wohl fühlen!
Da frage ich mich beim Lesen der Beiträge, ob es hier wohl zwei Lager gibt? Die Einen, die Behinderungen nicht anschauen mögen und die Anderen, die Partei für eine vermeintlich unterdrückte Minderheit (ja, die (oder besser wir) Behinderten sind gemeint!!!!) ergreifen, um das geplagte Gewissen etwas zu beschwichtigen. Und was ist mit euch, ihr, die ausnahmsweise mal Pech gehabt haben, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren, die von Mutter Natur eins ausgewischt bekommen haben? Es gibt viele Dinge im Leben eines Menschen, die sind unverzeihlich. Zum Beispiel, wenn jemand zwar eine Dusche hat, diese aber nicht benutzt, wenn jemand keinen Sinn im Zähneputzen sieht, dich aber anhaucht, wenn jemand die Mittel hat, aber keinen Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild legt (Philosophien wie "Punk" einmal ausgenommen). Was ihr und ich da treiben, haben wir uns nicht wirklich ausgesucht, aber wir sind in einer technischen Welt, die sich täglich weiterentwickelt, diejenigen, die mit dieser Technik leben. Seht es einmal so: Irgendwann wird uns der "normale" Mensch um unsere Prothesen beneiden, weil sie Dinge möglich machen, die der Natur verwehrt bleiben. Wir sind der technische Fortschritt in Person. Helfen ist eine nette Sache, das mach ich denn, wenn eine ältere Dame die Strasse überqueren möchte. Mit Gut-Zureden ist es aber nicht getan, der Kopf des Individuums ist der Schlüssel zum Glück. Manchmal heißt es "abschalten". Die ganze Welt wird euch und mich erst dann so akzeptieren, wenn wir sie dazu zwingen. Andernfalls bekommt man ein müdes Lächeln und einen mitleidigen Satz.
Werbung ist da manchmal ein guter Lehrmeister (frei nach Calvin Klein): Just be!
Peace
C (36 but just one leg)
P.S.: Und sollte sich jemand gegen das Schienbein getreten fühlen, dann gebts mir. Ohne Kontroverse ist doch mehr wie "Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass".
Das mit den neugierigen Blicken ist natürlich so eine Sache, die bestimmt ganz schön nervt. Ich kann jeden verstehen, der aus diesem Grund seine Behinderung versteckt. Ich denke, dass viele Leute glotzen, weil der Anblick ungewohnt ist.
Ein Mensch, der im Rollstuhl sitzt oder dem ein Körperteil fehlt, sieht m.E. genauso gut aus, wie jemand ohne dieses Handicap. Man sieht nur anders aus und deshalb wird hingeguckt bzw. verlegen weggeguckt, weil andere unsicher sind, wie sie sich in dieser ungewohnten Situation verhalten sollen. Wenn ich in der Stadt bin sehe ich viele unterschiedliche Menschen, darunter z.B. besonders große oder kleine, Menschen anderer Nationalität oder Hautfarbe oder Minderheiten wie Obdachlose oder Drogenabhängige. Ich will damit sagen, dass wenn sich ein Anblick wiederholt, man allmählich immer weniger hinschaut, weil es einfach nicht mehr "neu" ist. So geht es mir beispielsweise auch bei Menschen, die im Rollstuhl sitzen, da man täglich welche sieht.
Ich könnte mir vorstellen, dass diejenigen Menschen, die den Mut haben, ihr Handycap nicht zu verstecken, dies auch tun sollten, weil sie damit auch denjenigen Mut machen, denen es nicht so leicht fällt. Dadurch dass sich mehr Behinderte in der Öffentlichkeit zeigen, kann dies auch für Nichtbehinderte mehr zur Normalität werden. Ich hatte mir früher kaum Gedanken über dieses Thema gemacht und bin doch etwas schockiert, wenn ich hier in einigen Beiträgen lese, was das körperliche Handicap an weiteren Problemen mit sich bringt.
J.
Nein, aber ich jeden einzelnen verstehen, der seine Behinderung versteckt. Dem einen Mensch gefällt es gar nicht, wenn er/sie in der Öffentlichkeit auffällt - ein anderer fühlt sich dabei wohl. Das ist m.E. sowohl bei Behinderten als auch bei Nichtbehinderten so.
Einige schrieben hier, dass sie keinen Erklärungsbedarf bei Eltern auslösen möchten. Ich selbst hatte als Kind nur sehr wenige Begegnungen mit behinderten Menschen und wir haben in der Familie auch kaum darüber gesprochen. Ich denke, es sicher nicht verkehrt, wenn Eltern ihre Kindern über diese Realität in der Gesellschaft rechtzeitig aufklären. Mir hätte es sicher nicht geschadet. S.
Ich bin seit vielen Jahren Beinamputiert und seit früher Kindheit behindert.
Ich traute mich früher nicht mich so zu kleiden wie Kameraden oder auch Kollegen, obwohl es meinem Mann gefällt, wenn ich Kleider und Röcke trage.
Frühere Kollegen meinten, man müsste doch die Prothese nicht sehen.
Mein Laufen sieht man aber. Nur zu Hause und in der Freizeit trug ich, was mir gefiel.
Damit ist jetzt Schluss. Durch Umorganisation unserer Behörde (ich bin Beamtin gehobener Dienst) kam ich Anfang des Jahres in ein neues Referat. Als es im Mai sso furchtbar heiß war, zog ich ein Kleid an (knielang), da dies einfach angenehmer ist.
Bei den Kollegen kam dies gut an. Zumal ich schlank bin und klein (1,55).
Diese Kollegen konnten nicht verstehen, dass ich so zurückhaltend war und stimmten meinem Mann zu, der meint, das mir so was steht.
Ein Kollege meinte gar, das die anderen Kolleginnen nur neidisch waren.
Nun habe ich mich auch mal schick eingekleidet (Hosen sind auf Dauer öde).
Da ich klein bin, kann ich oft in der Teeny-Abteilung kaufen. Ab und zu haben dann meine kleine Tochter (8) und ich die gleichen Klomotten.
Ich kann also alle nur auffordern, sich nicht von den Ansichten der anderen beeinflussen zu lassen, sondern das zu tun, was einem gut tut.
Denn oft glauben die NB, dass Behinderte am Besten unsichtbar sein sollten.
Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann auch mal, so souverän mit meiner Behinderung umzugehen. Die gleichen Rechte hat man, sicher. Aber irgendwie nützt mir das bisher nicht viel.
Gehst Du jetzt - mit Kleidern - mit oder ohne Prothese in den Dienst? Die Vorstellung, daß mich meine Kollegen mit nur einem Bein sehen könnten, ist mir ein Graus. Aber wahrscheinlich ist das nur mein Problem.
Mach's gut
Mein Stumpf sieht ja nicht besonders schön aus, am schlimmsten sind Erwachsene ( Gaffer) bei Kindern habe ich weniger Probleme
Nun zum einen bin ich (27) zwar nicht behindert, finde es aber toll, wenn jemand mit einer Behinderung dazu steht - wobei es immer auf den Grad der Behinderung ankommt, wie hier ja auch schon verschiendlich erwähnt wurde. Das heißt, jemand mit einer Querschnittlähmung oder mit einer fortgeschrittenen MS kann diese und den Rollstuhl nicht verbergen - gleichzeitig denke ich aber, unabhängig davon ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt ist dieser "Anblick" für viele Mitmenschen irgendwie normal. Also wird kurz geschaut und das wars. Geht mir genauso - wobei ich dann (bei einer Frau) wenn sie bei mir durch den Pre-Scan-Match fällt durchaus nochmal hinschaue. Das hat aber nichts mit ihrer Behinderung zu tun, sondern eben damit, daß sie mir gefällt, sympathisch ist oder ich sie auf irgend eine Art und Weise interessant finde: Gesicht, Aura, Kleidung, Haare, etc. Also genau gleich als wäre es eine Frau, die nicht im Rollstuhl sitzt. Der einzige Unterschied: ich mache mir Gedanken über diesen Menschen, den ich ja überhaupt nicht kenne, ich hinterfrage das Warum und das Wieso, obgleich ich weiß, daß ich darauf keine Antwort finden werde. Außerdem überdenke ich dazu auch mein "Leben" - was alles passieren kann und vor allem, wie es wohl wäre, wenn ich an dieser Stelle wäre...
Genauso verhält es sich auch, wenn ich behinderte Menschen sehe, denen etwa ein Arm oder ein Bein fehlt oder was auch immer. Der Unterschied hierbei - im Gegensatz zu einem Menschen mit einer stets "sichtbaren" Behinderung: man sieht sie vielleicht nicht auf den ersten Blick. Ergo: entweder man wird auf den anderen Menschen aufmerksam, weil er oder sie gefällt, es kommt also wieder der Pre-Scan-Match zum Tragen. Also auch ein zweiter oder dritter Blick (oder mehr wenn möglich ;-) ). Und ich denke, daß dann auch die Behinderung absolut zweitrangig ist - denn entweder man findet jemanden anderen sympathisch oder eben nicht. Wie erwiesen ist, entscheidet sich das zumeist in der ersten wenigen Sekunden! Und genauso ist es mir beispielsweise vor einigen Tagen in einer Großstadt ergangen als ich eine attraktive junge Frau in einem Cafe gesehen habe, der ich mehr als einen Blick gewürdigt habe. Es fiel mir auch nicht auf, daß sie nur mit der rechten Hand/Arm agierte und gestikulierte. Erst als sie sich aufmachte zu gehen bemerkte ich ihren hochgesteckten linken Ärmel und dann war sie es, die versuchte, meinen weiteren Blicken zu entgehen (obwohl sich diese von ihr und mir bereits vorher mehrfach gekreuzt haben).
Also - was ich eigentlich sagen wollte: ich finde es ist überhaupt nicht wichtig, die Behinderung zu verstecken, sondern vielmehr offen dazu zu stehen - denn entweder finden mich andere Menschen sympathisch (dann tun sie das mit oder ohne Behinderung, mit einem oder zwei Beinen/Armen) oder sie entwickeln eine Art Antipathie. Lediglich sollte vielleicht ein unschöner Stumpf nicht offen zur Schau getragen werden, genauso wenig wie ein Bierbauch zwischen Hose und Hemd herausschauen sollte oder etwas dickere Schenkel in enge Leggings gepresst werden sollten (meine Meinung).
Außerdem wollte ich Dir noch mitteilen, daß ich Deine Unschlüssigkeit "hin- und hergerissen" gut verstehen kann - ich habe eine angeborene Venenschwäche und defekte Venenklappen im Bereich der Haupt-/Nebenvenen-"Mündung" und muß daher seit drei Jahren Kompressionsstrumpfhosen tragen - egal ob Sommer oder Winter. Und oft sind diese auch einfach nicht zum mehr zum aushalten! Gut, eine Prothese mag da noch unangenehmer sein und mein Problem vergleichsweise harmlos, trotzdem überlege auch ich mir sehr wohl, wem gegenüber ich mich offenbare, mein "Leiden" anvertraue oder mich womöglich zeige. Gleiches gilt im Sommer: nur sehr selten trage ich mal Shorts und darunter meine Kompressionsstrumpfhosen - dann schon mal eher nur die ohnehin sehr dicken Kompressionsstrumpfhosen in schwarz, dazu T-Shirt und Turnschuhe (dann hat es wenigstens noch einen sportlichen Touch finde ich) - aber so würde ich beispielsweise auch niemals ausgehen!
So, jetzt aber genug gelabert ;-)
Auf alle Fälle wünsche ich Dir (und allen anderen Betroffenen) alles Gute!
ich denke es kommt darauf an:
ich würde meinen Stumpf nicht mit "aller gewalt" zeigen wollen
aber wenn es sich nicht verhindern läßt, bekämpe ich es nicht
Der Behinderte sollte sich nach Möglichkeit integrieren. So ist er nicht nur im privaten sondern auch im beruflichen Leben in der Gesellschaft am besten von der Allgemeinheit anerkannt. Es ist leider so.
Im übrigen tun Nichtbehinderte auch Dinge, um ihr Erscheinungsbild zu verbessern und nehmen dafür auch anderweitige Nachteile in kauf.
Kommentieren Sie jetzt dieses Thema selbst!
© Foto: Orthopoint, Schulterprothese nach Exartikulation, verfremdet
handicap verstecken?
meine Meinung ist, dass jeder selber wissen muss wie er sich wohlfühlt. bei mir (ich bin am Oberschenkel amputiert) hat es einige zeit gedauert, bis ich mit Shorts und Prothese - geschweige denn ohne Prothese - aus dem haus gegangen bin. Ja es gibt die Gaffer, ja sie sind nervig, aber mir sind sie mittlerweile egal. Wenn es jemanden stört, soll er/sie woanders hinschauen. Nicht ICH habe ein Problem.
delicious
mrwong
taggle
yigg
google
Behinderte sollen sich nach....integrieren. Es ist leider so.
Eine Integration findet gerade nicht statt, wenn man sich versteckt. Genau diese Zeit sollten wir hinter uns gelassen haben, nämlich sich ganz und gar gesellschaftlichen Zwängen unter zu ordnen. Mir geht es jedenfalls so, dass ich durch meine Behinderung zeitweise sehr eingeschränkt bin und froh bin, wenn ich mir hier und da zumindest das Gefühl der Erleichterung verschaffen kann: Ich setze dann nämlich keine Ohrwärmer im Sommer auf, damit man z.B. meine Hörgeräte nicht sieht und ich fühle mich mit kurzen Haaren wohler und lasse meine Ohren nicht "zuwachen". In Skandinavien wird anders mit Behinderungen in der Öffentlichkeit umgegangen. Es sollte eine Überlegung Wert sein, die Sache mal entspannt auf sich wirken zu lassen.